Schweinfurt - Schnitzelstadt?


Front des Schweinfurter Rathauses, das im Renaissancestil erbaut wurde. Soll nicht bedeuten, dass Schweinfurt ein einziger Fresstempel ist, sich aber im Bereich Schnitzel zu seinem Vorteil entwickelt hat. Mittlerweile sollten jedem Schweinfurter, der was auf sein Schnitzel hält,  die "Schnitzelhex" der Gaststätte Stadt Kissingen und das Schießhaus ein Begriff sein.


Hinter dem Ersten verbirgt sich ein sehr guter Lieferdienst, der gute und große Schnitzel in Schweinfurt frei Haus liefert. Natürlich kann man die auch in der Gaststätte und bei schönem Wetter im Biergarten genießen.
Hinter dem Zweiten versteckt sich eine sehr schöne Waldgaststätte mit riesigem Biergarten und ebenso großen Schnitzeln.


Nun hat Schweinfurt nicht nur dem Schnitzelliebhaber sondern auch für den kulturell Interessierten a bissl was zu bieten. Vollmundig wird es ja schon an der Autobahn angekündigt: "Schweinfurt - Industrie und Kunst" Womit unbestreitbar der Versuch der letzten unterstrichen wird, Schweinfurt auf Gedeih und Verderb zum Mekka für Kunst und Kultur zu transformieren.
Unbestritten bleibt, dass Schweinfurt dank seiner großindustriellen Vergangenheit eine gewachsene Arbeiterstadt ist. Dieser Umstand soll aber der Sache keinen Abbruch tun. Schweinfurt hat seine eigene Kultur und Kunst. Da braucht es nicht unbedingt Eingekauftes von Außerhalb.


Aber was hat Schweinfurt denn zu bieten?


Das Fridrich-Rückert-Denkmal auf dem Marktplatz in Schweinfurt.Marktplatz, wir stehen in der Mitte. Und gleich neben dem Denkmal des Dichters Friedrich Rückert (1), natürlich Schweinfurter. Geboren 1788 war er später unter anderem als Lehrer und Übersetzer tätig und wurde als Dichter und Begründer der deutschen Orientalistik bekannt.

Wir wenden unseren Blick nach Ostsüdost, und blicken auf das Rathaus (2), nach dem Brand 1959 im Renaissance-Stil wieder aufgebaut. Leider schmeichelt der Anbau dem Gesamtbild überhaupt nicht. Aber das ist auch ein Teil der modernen Schweinfurter Stadtkultur: optisch muss nicht immer alles zusammenpassen, Hauptsache es ist stabil und man kann es zu irgendetwas gebrauchen. (nach oben)

Lassen wir den Blick leicht nach rechts schweifen. Nun sehen Sie die Spitze des Schrotturms (3). Ganz nach seinem wurden dort früher Schrotkugeln hergestellt. Im angrenzenden Innenhof befindet sich eine kleine Galerie und das Bistro am Schrotturm lädt zum verweilen ein.

Wir verlassen den Marktplatz über die Brückenstraße gen Südosten und befinden uns nun am Eingang zur Altstadt. Hier stoßen wir auf eine Einrichtung, die oben genanntes Phänomen unterstreicht - das Museum Georg Schäfer (4): äußere "Schönheit" vs. innere Werte. Ganz klar, die inneren Werte überwiegen obwohl grundsätzlich gegen das Aussehen des Bauwerks nichts einzuwenden ist, würde es nicht gerade am Rande der Altstadt stehen. Beschäftigen wir uns lieber mit dem Innenleben. Der Besucher darf sich an Kunst aus dem deutschsprachigen Raum des 19. Jahrhunderts Der Schrotturm in Schweinfurt. erfreuen. Zu verdanken ist die Privatsammlung dem Schweinfurter Industriellen Georg Schäfer, der seinerzeit als begeisterter Gemäldesammler bekannt war. Das Highlight der Sammlung sind die Werke von Carl Spitzweg, der mit 160 Gemälden und 110 Zeichnungen vertreten ist. Weitere berühmte Künstler, die in der Kunstsammlung vertreten sind,  sind zum Beispiel Caspar David Friedrich und Max Liebermann. Kurz gesagt, reinschaun lohnt sich. (nach oben)

Vom Museum aus wenden wir uns Richtung Nordost, wandern ein paar Meter und drehen uns um 180 Grad, stehen vor dem neuesten Projekt der Schweinfurter Altstadtsanierung. Jahrelang war dieser Teil der Schweinfurter Stadtmauer (5) versteckt und wurde jetzt freigelegt und restauriert. Ungefähr in der Mitte des Mauerabschnittes spitzt der Turm der Kirche Sankt Salvator hervor, die im schönen Altstadtstadtteil Zürch liegt.